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Friedrich Rückert

Seufzend sprach ich zu der Liebe

Seufzend sprach ich zu der Liebe,
Als ich sie entschleiert sah:
»Ach, daß so dein Antlitz bliebe
Meinen Blicken ewig nah!

Doch wie dich die Sehnsucht freier
Schauet einen Augenblick,
Senket wieder sich der Schleier,
Und verdüstert mein Geschick.«

Liebe sprach: »In ewig reinem
Lichte strahl ich, o du Tor,
Nicht vor meinem, sondern deinem
Angesichte hängt der Flor.«

(eingesandt von Gretel Steiner)

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